Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO)

Steckbrief (Internationale Organisation)

Ziel der Organisation:

Die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) hat sich zum Ziel gesetzt, durch die Förderung der internationalen Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Wissenschaft, Kultur, Kommunikation und Information zur Schaffung von Frieden und Sicherheit, zu einer nachhaltigen Entwicklung und zu einem auf gemeinsamen Werten basierenden Dialog zwischen den Gesellschaften beizutragen.

Gründungsdatum: 16 November 1945

Sitz: Paris

Beziehungen zwischen Türkiye und der UNESCO:

- Die Republik Türkiye gehört zu den zwanzig Gründungsmitgliedern der UNESCO. Die UNESCO-Gründungsurkunde wurde am 16. November 1945 vom damaligen Bildungsminister Hasan Ali Yücel unterzeichnet. Die von Türkiye mit dem Gesetz Nr. 4895 vom 20. Mai 1946 verabschiedete Konvention trat nach der Ratifizierung durch zwanzig Mitgliedsländer am 4. November 1946 in Kraft.

- Die türkische UNESCO-Kommission nahm am 25. August 1949 ihre Arbeit auf.

- Seit 1971 hat Türkiye eine ständige Vertretung bei der UNESCO.

- Die drei wichtigsten Organe der UNESCO, die derzeit 194 Mitglieder hat, sind die Generalkonferenz, der Exekutivrat und das Generaldirektorat.

- Der UNESCO-Exekutivrat besteht aus 58 Ländern, die aus den Reihen der Mitgliedsländern ausgewählt werden. Bis 2005 wurden die Länder im Exekutivrat durch Einzelpersonen vertreten. Seit 2005 werden jedoch nicht mehr Einzelpersonen, sondern direkt Länder in den Exekutivrat gewählt.

- Bis 2005 war Türkiye im Exekutivrat der UNESCO durch Reşat Nuri Güntekin (1946-1949), Ahmet Kutsi Tecer (1949-1952), Prof. Dr. Bedrettin Tuncel (1958-1966), Prof. Dr. Erdal İnönü (1978-1982), Prof. Talât Sait Halman (1991-1995) und Prof. Dr. Orhan Güvenen (2001-2005) vertreten.

- Im Rahmen unseres aktiven Beitrags zur Arbeit der UNESCO wurde Türkiye für die Amtszeit 2017-2021 und 2021-2025 zum Mitglied des UNESCO-Exekutivrats gewählt und ist derzeit erneut Kandidat für die Amtszeit 2025-2029.

- Den Vorsitz der UNESCO-Generalkonferenz hatte Bedrettin Tuncel im Zeitraum 1966-1968 und Botschafter Ahmet Altay Cengizer im Zeitraum 2019-2021 inne.

- Nach den Amtsperioden 1983-1989 und 2013-2017 wurde Türkiye für die Amtsperiode 2023-2027 zum Mitglied des UNESCO-Welterbekomitees gewählt.

- Türkiye wurde für die Zeiträume 2006-2010 und 2014-2018 auch zum Mitglied des Zwischenstaatlichen Komitees für die Bewahrung des immateriellen Kulturerbes der UNESCO gewählt.

- Türkiye ist Mitglied der ersten Wahlgruppe (Westeuropa und Nordamerika) der UNESCO.

- Türkiye ist 2025 der 22. Mitgliedstaat mit dem höchsten Pflichtbeitrag zur UNESCO.

- Die Zahl der Kulturgüter von Türkiye, die vom UNESCO-Welterbekomitee in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen wurden, ist auf 21 gestiegen:

  1. Historische Bereiche von Istanbul (1985)
  2. Nationalpark Göreme und Felsendenkmäler von Kappadokien (1985)
  3. Große Moschee und Krankenhaus von Divriği (1985)
  4. Hattuşa: Hauptstadt der Hethiter (1986)
  5. Nemrut Dağ (1987)
  6. Xanthos-Letoon (1988)
  7. Hierapolis-Pamukkale (1988)
  8. Die Stadt Safranbolu (1994)
  9. Antike Stadt Troja (1998)
  10. Selimiye-Moschee und ihre Sozialeinrichtungen in Edirne (2011)
  11. Neolithische Stätte von Çatalhöyük (2012)
  12. Pergamon und seine vielschichtige Kulturlandschaft (2014)
  13. Bursa und Cumalikizik: die Wiege des Osmanischen Reichs (2014)
  14. Kulturlandschaft Festung von Diyarbakır und Hevsel-Gärten (2015)
  15. Ephesos (2015)
  16. Archäologische Stätte von Ani (2016)
  17. Aphrodisias (2017)
  18. Göbeklitepe (2018)
  19. Arslantepe (2021)
  20. Gordion (2023)
  21. Holzsäulenmoscheen des mittelalterlichen Anatolien (2023)

- Andererseits umfasst die Tentativliste des Weltkulturerbes insgesamt 80 Kulturgüter von Türkiye.

- Die Zahl der Kulturgüter von Türkiye, die in den Listen des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgeführt sind, ist auf 31 gestiegen:

  1. Die Kunst der Meddah-Epenerzähler (2008)
  2. Die Semâ-Zeremonie des Mevlevi-Ordens (2008)
  3. Die Tradition “Âşıklık” (Minnesang) (2009)
  4. Das Karagöz-Schattenspiel (2009)
  5. Der Kırkpınar-Ölringkampf-Festival (2010)
  6. Die Semah-Zeremonie der Aleviten (2010)
  7. Die traditionellen Sohbet-Zusammenkünfte (2010)
  8. Die zeremonielle Keşkek-Tradition (2011)
  9. Das Mesir-Macunu-Fest (2012)
  10. Die türkische Kaffeekultur und -tradition (2013)
  11. Die Ebru-Kunst der Marmorierung (2014)
  12. Die traditionelle Handwerkstechnik der Çini-Kachel- und -Keramikkunst (2016)
  13. Die Kultur der Herstellung und des Teilens von Fladenbrot: Lavash, Katyrma, Jupka, Yufka (2016)
  14. Kuş Dili: Die Pfeifsprache aus dem bergigen Nordosten von Türkiye (2017)
  15. Das Frühlingsfest Hıdrellez (2017)
  16. Die Kultur, Volksmärchen und Musik um die epische Figur Dede Korkut (2018)
  17. Das traditionelle türkische Bogenschießen (2019)
  18. Die Kunst der Miniaturmalerei (2020)
  19. Das traditionelle Intelligenz- und Strategiespiel Mangala/Göçürme (2020)
  20. Hüsn-i Hat, traditionelle Kalligrafie in islamischer Kunst in Türkiye (2021)
  21. Traditionelle Steinbearbeitung in Ahlat (2022)
  22. Seidenraupenzucht und traditionelle Seidenherstellung für die Weberei (2022)
  23. Die Tradition der Erzählungen von Nasreddin Hoca (2022)
  24. Die Kultur des Çay, Teekultur: Ein Symbol für Identität, Gastfreundschaft und soziale Interaktion (2022)
  25. Die Kunst der Illumination: Tezhip (2023)
  26. Iftar und seine soziokulturellen Traditionen (2023)
  27. Die Handwerkskunst und Darbietung des Balaban/Mey (2023)
  28. Handwerkskunst der Perlmutt-Intarsien Die Kunst der Perlmuttintarsien (2023)
  29. Traditionelles Wissen, Methoden und Praktiken rund um den Olivenanbau (2023)
  30. Nevruz-Feierlichkeiten (2024)
  31. Traditionelle Herstellung und Darbietung von Gayda/Tulum (2024)

- Das UNESCO-Weltdokumentenerbe-Programm zielt darauf ab, Dokumente und Informationen, die das historische, kulturelle und soziale Gedächtnis der Menschheit bilden und aufgrund von Kriegen, Naturkatastrophen oder sozialen Gründen vom Verschwinden bedroht sind, als gemeinsame Werte der Menschheit zu schützen und als eine der Schutzmaßnahmen in digitaler Form zu teilen.

- Bis heute wurden die folgenden dokumentarischen Erbgüter aus unserem Land in das Weltdokumentenerbe aufgenommen:

  1. Manuskripte des Kandili-Observatoriums und des Instituts für Erdbebenforschung, der Boğaziçi-Universität (2001)
  2. Hethitische Keilschriften aus Boğazkale (2001)
  3. Handschriftensammlung von Ibn Sina aus der Süleymaniye-Bibliothek in Istanbul (2003)
  4. Reisebuch (Seyahatnâme) von Evliya Çelebi (2013)
  5. Archiv der altassyrischen Händler von Kültepe (2015)
  6. Diwan Lughat al-Turk (Kompendium der türkischen Dialekte) von Mahmūd al-Kāschgharī, (2017)
  7. Karte von Piri Reis (2017)
  8. Mevlanas Kulliyat (Das Gesamtwerk von Mevlana) (2023)
  9. Fotografiesammlung des Yıldız-Palasts (2023)
  10. Die Sammlung von Kâtip Çelebi: Cihânnümâ und Kashf al-Zunun (2023)
  11. Karatepe-Aslantaş-Inschriften (2025)
  12. Câmiu't-Tevârîh (2025)

- Seit 2004 sind acht unserer Städte im UNESCO-Netzwerk Kreativer Städte registriert, das mit dem Ziel gegründet wurde, Städte aus verschiedenen Regionen mit unterschiedlichen Einkommensniveaus, Kapazitäten und Einwohnerzahlen zusammenzubringen, um im Bereich der Kreativwirtschaft zusammenzuarbeiten:

  1. Gaziantep – Gastronomie (2015)
  2. Hatay – Gastronomie (2017)
  3. Istanbul – Design (2017)
  4. Kütahya – Handwerk und Volkskunst (2017)
  5. Afyonkarahisar – Gastronomie (2019)
  6. Kırşehir – Musik (2019)
  7. Bursa – Handwerk und Volkskunst (2021)
  8. Şanlıurfa – Musik (2023)

- Das 2013 gegründete Globale Netzwerk der lernenden Städte (Global Network of Learning Cities – GNLC) fördert den Dialog, das gegenseitige Lernen und die Kapazitätsentwicklung zwischen den Mitgliedsstädten, entwickelt Instrumente zur Anerkennung und Stärkung des Prozesses des Aufbaus lernender Städte und fördert lebenslanges Lernen. Die folgenden Städte aus unserem Land sind Mitglieder dieses Netzwerks:

  1. Eskişehir (2016)
  2. Konya (2017)
  3. Hatay (2019)
  4. Afyonkarahisar, Balıkesir, İzmir (2020)
  5. Bursa, Sakarya, Yozgat (2022)

- Die UNESCO hat das UNITWIN-Netzwerk (University Twinning and Networking Programme) und das UNESCO-Lehrstuhlprogramm ins Leben gerufen, um die Zusammenarbeit zwischen Universitäten, die akademische Mobilität und die Kommunikation zu stärken. In Türkiye gibt es derzeit 18 UNESCO-Lehrstühle und 1 UNESCO-UNITWIN-Netzwerk:

  1. UNESCO-Lehrstuhl für integriertes Management von Kulturerbe, Wasser und Klimawandel (2024), Haliç-Universität

2. UNESCO-Lehrstuhl für den rechtlichen Schutz von Frauen und die Ausbildung von Unternehmerinnen (2022), Medipol-Universität, Istanbul

  1. UNESCO-Lehrstuhl für zukunftsorientierte Studien, Zukunftskompetenz und strategische Vorausschau (2022), Karabük-Universität
  2. UNESCO-Lehrstuhl für hochwertige Bildung und digitale Transformation (2021), Trakya-Universität
  3. UNESCO-Lehrstuhl für kulturelles Erbe und digitales Gedächtnis (2020), Başkent-Universität
  4. UNESCO-Lehrstuhl für Geschlechtergleichstellung und Kultur (2019), Maltepe-Universität
  5. UNESCO-Lehrstuhl für Biotechnologie und Innovation für nachhaltige Entwicklung (2019), Institut für Hochtechnologie, Izmir
  6. UNESCO-Lehrstuhl für Kulturpolitik und Kulturdiplomatie an der (2018), Bilgi-Universität, Istanbul
  7. UNESCO-Lehrstuhl für immaterielles Kulturerbe in der formalen und non-formalen Bildung (2017), Hacı Bayram Veli-Universität, Ankara
  8. Lehrstuhl für internationale Migration (2016), Yaşar-Universität
  9. Lehrstuhl für Bildung für nachhaltigen Frieden (2016), Istanbul Aydın-Universität
  10. Lehrstuhl für Geschlechtergleichstellung und nachhaltige Entwicklung (2016), Koç-Universität
  11. Lehrstuhl für die Förderung der Gleichstellung der Geschlechter und die Stärkung der Rolle der Frau (2016), Giresun-Universität
  12. UNESCO-Lehrstuhl für Kulturdiplomatie, Regierungsführung und Bildung (2015), Istanbul Aydın-Universität
  13. UNESCO-Lehrstuhl für die Verwaltung und Förderung von Welterbestätten: Neue Medien und Partizipation (2015), Kadir Has-Universität
  14. UNESCO-Lehrstuhl für Philosophie und Menschenrechte (2009), Maltepe-Universität
  15. UNESCO-Lehrstuhl für computergestützte Fertigungstechnik (1997), Galatasaray-Universität
  16. UNESCO-Lehrstuhl für Mechatronik (1993), Boğaziçi-Universität

und UNITWIN-Netzwerk für Unterwasserarchäologie (2012), Akdeniz-Universität

- In den vergangenen Jahren wurden die folgenden Jahrestage in das UNESCO-Programm für Gedenk- und Feierlichkeiten aufgenommen, das von Türkiye ausgerichtet oder mitorganisiert wurde:

  1. 750. Todestag von Hacı Bektaş Veli,
  2. 1300. Jahrestag der Errichtung des Bilge Tonyukuk-Denkmals,
  3. 700. Todestag von Yunus Emre,
  4. 850. Geburtstag von Ahi Evran,
  5. 600. Todestag von Süleyman Çelebi,
  6. 50. Todestag von Âşık Veysel,
  7. 950. Jahrestag der Niederschrift des Divan-ı Lügat-it Türk,
  8. 550. Todestag von Ali Kuşçu,
  9. 100. Geburtstag von Fuat Sezgin
  10. 700. Todestag von Şeyh Edebali
  11. 500. Geburtstag von Baki