Steckbrief der Internationalen Organisation
Zielsetzung: Die Union für den Mittelmeerraum (UfM) ist
eine zwischenstaatliche regionale Organisation, deren Ziel die Stärkung der
Zusammenarbeit im Mittelmeerraum ist. Sie ist die Fortsetzung der 1995 ins
Leben gerufenen Europa-Mittelmeer-Partnerschaft (EUROMED), auch bekannt als
Barcelona-Prozess. Die UfM ist eine Kooperationsplattform, die ein breites
Spektrum von Themen abdeckt, von politischem Dialog über Wirtschaft bis hin
zu sozialen und kulturellen Bereichen. Die UfR bekräftigt die Ziele und den
Besitzstand der EUROMED und hat sich zum Ziel gesetzt, im Rahmen der
Grundsätze der Demokratie, der Achtung der Menschenrechte und
Grundfreiheiten sowie der Förderung des interkulturellen Dialogs im
Europa-Mittelmeerraum Frieden, Stabilität, Sicherheit und einen gemeinsamen
Wirtschaftsraum in der Region zu fördern und das Potenzial für regionale
Integration und Harmonie zu entwickeln.
In der Gründungserklärung der UfM wurden als vorrangige Tätigkeitsbereiche
Verkehr und Stadtentwicklung, Energie, Umwelt und Wasser, soziale Fragen und
Zivilgesellschaft, Hochschulbildung und Forschung sowie
Unternehmensentwicklung festgelegt. Die in diesen Bereichen festgelegten
regionalen Kooperationsprojekte werden von hochrangigen Beamten der
Mitgliedsländer, die regelmäßig zusammenkommen, zur Unterstützung durch die
UfM genehmigt. Dieser als „Labelling – Vergabe des UFM-Labels an Projekte”
bezeichnete Prozess umfasst die Unterstützung und Förderung von Projekten
aller Art, ohne dass dafür finanzielle Mittel bereitgestellt werden. Bislang
wurde die Kennzeichnung von 54 Projekten mit einem geschätzten Gesamtwert
von 5,5 Milliarden Euro in den genannten Bereichen beschlossen, von denen 35
bereits in die Umsetzungsphase übergegangen sind.
Die Aufgabe, die für die Umsetzung der Projekte erforderliche Koordinierung
sicherzustellen, wurde dem in Barcelona ansässigen UfM-Sekretariat
übertragen.
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Gründungsdatum:
Die UfM wurde am 13. Juli 2008 auf dem Gipfeltreffen der
Staats- und Regierungschefs in Paris gegründet.
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Sitz:
Das Sekretariat der 2010 gegründeten Organisation befindet
sich in Barcelona.
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Generalsekretär:
Nasser Kamel (Ägypten)
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Mitgliedsländer: Der Union für den Mittelmeerraum gehören
43 Länder an. (28 EU-Mitglieder sowie Türkiye, Israel, Bosnien und
Herzegowina, Albanien, Monaco, Montenegro, Algerien, Ägypten, Jordanien,
Libanon, Mauretanien, Marokko, Palästina, Syrien und Tunesien)
Libyen hat Beobachterstatus.
Mitgliedschaft von Türkiye: Türkiye, die seit 1995 am
Europa-Mittelmeer-Partnerschaftsprozess teilnimmt, ist seit der Gründung der
UfM im Jahr 2008 Mitglied dieser Organisation, die eine Fortsetzung des
Partnerschaftsprozesses darstellt.
Geschichte:
Die UfM wurde wurde am 13. Juli 2008 auf dem Europa-Mittelmeer-Gipfeltreffen
in Paris gegründet, um den 1995 ins Leben gerufenen
Europa-Mittelmeer-Kooperationsprozess abzulösen, dessen Ziel es war, einen
dauerhaften und institutionellen Rahmen für die Zusammenarbeit zwischen der
Europäischen Union (EU) und den nicht der EU angehörenden Mittelmeerländern
zu schaffen.
Die Union für den Mittelmeerraum wurde als Plattform für den politischen
Dialog und als Instrument zur Förderung der Zusammenarbeit im Mittelmeerraum
durch regionale, subregionale und grenzüberschreitende Projekte konzipiert.
In der auf dem Pariser Gipfel verabschiedeten Erklärung wird dargelegt, dass
die UfO auf Zielen wie der Achtung demokratischer Grundsätze, der
Menschenrechte und Grundfreiheiten, der Förderung des Verständnisses
zwischen den Kulturen und Zivilisationen sowie der Schaffung eines Raums des
Friedens, der Stabilität, der Sicherheit und des gemeinsamen
wirtschaftlichen Wohlstands im Europa-Mittelmeer-Raum beruht. In der
Erklärung wird auch festgehalten, dass die UfM ein unabhängiger
Kooperationsprozess ist, der unabhängig von der Erweiterungspolitik der EU
und den damit verbundenen Beitrittsverhandlungen und dem
Heranführungsprozess ist.
Innerhalb der institutionellen Struktur der 43 Mitglieder zählenden UfM gibt
es eine “Ko-Präsidentschaft”, die grundsätzlich für zwei
Jahre von einem EU-Mitgliedstaat und einem Mittelmeer-Partnerland übernommen
wird, sowie eine “ Sitzung der hohen Beamten” (SHB)”, in
der alle Länder vertreten sind, und das „UfM-Sekretariat”.
Die Ko-Präsidentschaft wird seit 2012 gemäß dem Vertrag von Lissabon für die
EU-Mitgliedstaaten vom Auswärtigen Dienst der EU und für die
Nicht-EU-Mitgliedstaaten von Jordanien wahrgenommen.
Im UfM-Sekretariat sind ein Generalsekretär (GS), der aus den
Mittelmeerländern nominiert und vom SHB für drei Jahre einstimmig ernannt
wird, sowie sechs stellvertretende Generalsekretäre (StGS) tätig, von denen
drei von EU-Mitgliedstaaten und drei von Nicht-EU-Mitgliedstaaten nominiert
und von der SHB für drei Jahre einstimmig ernannt werden. Die
kontinuierliche Wahl des Generalsekretärs der UfM aus den Reihen der
Nicht-EU-Mitgliedstaaten wurde 2008 auf der Tagung der Außenminister der UfM
in Marseille beschlossen. Die Amtszeit der genannten GS- und StGS-Positionen
kann durch einen einstimmigen Beschluss des SHB auf 3+3 Jahre, also
insgesamt 6 Jahre, verlängert werden.
Seit Juni 2018 wird das Amt des Generalsekretärs der UfM von dem Ägypter
Nasser Kamal ausgeübt.
Die kulturelle Dimension der UfM wird von der
Anna-Lindh-Stiftung (ALF
, die parlamentarische Dimension von der
Parlamentarischen Versammlung der Union für den Mittelmeerraum
(PV-UfM), und die lokale Verwaltungsebene von der
Versammlung der Regionen und lokalen Gebietskörperschaften
Europa-Mittelmeer (ARLEM)
gebildet.
Türkiye ist im Verwaltungsrat und im Beirat der
Anna-Lindh-Stiftung
vertreten, die 2005 mit dem Ziel gegründet wurde, den interkulturellen
Dialog im Mittelmeerraum zu stärken, und deren Sitz sich in Alexandria
befindet.
Die 2004 ins Leben gerufene Parlamentarische Versammlung der Union für den
Mittelmeerraum, die die parlamentarische Dimension der UfM bildet, setzt
sich aus Abgeordneten der EU-Mitgliedstaaten, der Nicht-EU-Mittelmeerländer
und des Europäischen Parlaments zusammen. Türkiye ist in der PV-UfM mit
sieben Abgeordneten des Türkischen Parlaments vertreten. Vorsitzender der
türkischen Gruppe in der UfM-PA ist der Abgeordnete aus Istanbul, Herr Şamil
Ayrım.
Auf der 12. Generalversammlung der PV-UfM, die am 28. und 29. Mai 2016 in
der marokkanischen Stadt Tanger stattfand, wurde Türkiye zusammen mit
Italien und Ägypten für einen Zeitraum von vier Jahren in den Vorstand der
PV-UfM gewählt. Darüber hinaus hat Türkiye am 13. Februar 2019 unter der
Koordination der Grossen Türkischen Nationalversammlung (TBMM) den Vorsitz
des Präsidiums der PV-UfM für den Zeitraum Mai 2019 bis Mai 2020 übernommen.
In der 2010 gegründeten Versammlung der regionalen und lokalen
Gebietskörperschaften Europa-Mittelmeer (ARLEM), die der
Europa-Mittelmeer-Partnerschaft eine regionale und lokale Dimension
verleihen soll, ist Türkiye mit 5 ordentlichen Mitgliedern (Kommunen Samsun,
Düzce, Mersin, İzmir-Selçuk, Yozgat) und 5 stellvertretenden Mitgliedern
(Kommunen Aksaray, Trabzon -Akçaabat, Aydın-Kuşadası, İzmir-Balçova,
Hakkari-Derecik) vertreten.
Der neue Fahrplan der UfM
Auf dem zweiten Regionalforum der UfM im Januar 2017 wurde der Fahrplan für
die Aktivitäten der UfM für 2017 und die folgenden Jahre verabschiedet. Mit
diesem Fahrplan soll der Schwerpunkt auf die Diversifizierung der
Aktivitäten der UfM in den vorrangigen Bereichen ihrer Gründungserklärung
und auf die Stärkung der Sichtbarkeit der UfM gelegt werden.
Die Beziehungen von Türkiye zur UfM
Türkiye unterstützt aktiv die Stärkung der Zusammenarbeit im Mittelmeerraum.
Im Rahmen des 1995 ins Leben gerufenen Barcelona-Prozesses hat es zur
Entwicklung der Zusammenarbeit im Mittelmeerraum beigetragen.
Türkiye, die derzeit Beitrittsverhandlungen mit der EU führt, hat sich in
diesem Sinne auch der Initiative “Union für den Mittelmeerraum”
angeschlossen, die mit dem Ziel gegründet wurde, den Barcelona-Prozess zu
stärken und effektiver zu gestalten.
Türkiye leistet auch einen aktiven Beitrag zur Arbeit des 2010 ins Leben
gerufenen UfM-Sekretariats. Der zum stellvertretenden Generalsekretär für
Verkehr und städtische Entwicklung (GSY) gewählte Botschafter a.D. Yiğit
Alpogan hatte dieses Amt von 2010 bis 2016 inne. Anschließend wurde diese
Aufgabe im Zeitraum 2018-2021 von der Botschafterin a.D. Ayşe Asya, im
Zeitraum 2021-2024 von Botschafter Erdal Sabri Ergen und im Jahr 2024 (im
Zeitraum März-Juli) von der Botschafterin Nükhet Hotar wahrgenommen. Die für
wirtschaftliche Entwicklung und Beschäftigung zuständige stellvertretende
Generalsekretärin Botschafterin Meltem Büyükkarakaş hat ihr Amt am 15. Juli
2025 angetreten. Die Beiträge von Türkiye in diesem Zusammenhang bestätigen
unsere Unterstützung für die Institutionalisierung der UfM und die
Aktivitäten des Sekretariats.